Die letzte Mehrtagesfahrt des Jahres führte den Obst- und Gartenbauverein Arheilgen mit Busfahrer Hicret (Omnibusbetrieb Müller Riedstadt) nach Regensburg und ins Altmühltal. Wie hatte er sich der Gruppe vorgestellt? „Ich heiße mit Spitznamen „Du“, sitze in Fahrtrichtung links und muss noch tüchtig üben, um Oarhellje richtig auszusprechen.“ Damit war dann sogleich das Eis gebrochen.
Die Reise führte zunächst nach Lohr am Main, dem „Tor zum Spessart“, mit seiner charmanten Altstadt. Der Apotheker Bartels bemerkte einst in einem der Märchen der Gebr. Grimm mehrere Bezugspunkte zu seiner Heimat. Daher nennt man die romantische Fachwerkstadt auch „Schneewittchenstadt“. Endlich in Regensburg angekommen, freuten sich am Abend alle auf das reichhaltige Buffet in der „Alten Ziegelei“. Das erste Highlight war die Stippvisite in Regensburg. Die Stadt darf von der UNESCO gleich zwei Titel als Welterbe führen. Zum einen für das am besten erhaltene, mittelalterliche Zentrum einer deutschen Großstadt. Ebenso für die besondere Bedeutung für das römische Reich durch die strategische Stelle am nördlichsten Punkt der Donau. Zum anderen für den Donaulimes. Markante Mauereinbauten der „Porta Praetoria der Castra Regina“ am Durchgang zum Bischofshof in Regensburg sowie Überreste eines Kastells in Eining zeugen noch heute von dieser Zeit.
Vom ältesten Stadtteil Stadtamhof gelangt man über die „Steinerne Brücke“ mit ihrem legendären „Bruckmandl“ durch ein Stadttor im Brückturm in die wundervolle Altstadt. Woran denkt man bei diesem Anblick denn sonst noch? Zuallererst an den Dom St. Peter und die „Regensburger Domspatzen“, den historischen Brauerei-Biergarten „Spitalgarten“ der St. Katharinenspitalstiftung, den Reichssaal im Alten Rathaus sowie die Sage um die Stadtmaus. Bevor Joseph Ratzinger zum Papst (Benedikt XVI) gewählt wurde, lehrte er hier als Theologieprofessor an der Uni. Die beiden Stadtführer Isabell und Wolfgang erzählten auf recht amüsante Weise eine Menge Geschichtliches, z. B. über das Besucherzentrum Welterbe, die historische Wurstküche mit Blick auf den früher als teuflisch bezeichneten Donaustrudel, die Konsolen-Figur „Gumprecht’scher Hintern“, den ehemaligen Salzstadel, den Haidplatz sowie Deutschlands einziges privates Dackelmuseum.
Stellvertretend für die vielen charakteristischen Türme der Patrizierhäuser steht der „Baumburger Turm“. Es gäbe noch viel mehr Sehenswertes aufzuzählen, das würde aber den hiesigen Rahmen sprengen. Bei den Erzählungen fiel auch immer wieder der Name des Wittelsbachers König Ludwig I. Das bayerische Mädel Karin begleitete die Gruppe auf einer Rundfahrt durch den Naturpark Altmühltal. Der Bus fuhr zum Teil am alten Ludwigskanal mit seinen ursprünglich 100 Schleusen entlang. Im weiteren Verlauf sah man immer wieder seinen Nachfolger, den Main-Donau-Kanal. Überwältigend war der Besuch der monumentalen Befreiungshalle in Kelheim, die zu Ehren der siegreichen Kämpfer der achtzehn Volksstämme gegen Napoleon errichtet wurde. Hessen waren auch dabei. Auf der Burg Prunn fand man einst die vierte vollständige Handschrift des Nibelungenliedes. Zu den eindrucksvollen Schauplätzen des Altmühltals gehört neben einer der längsten Holzhängebrücken Europas, dem „Tatzlwurm“, auch das Kristallmuseum Riedenburg mit dem größten Kristall der Welt. Vorbei an weiten Spargel- und Hopfenfeldern führte der Weg zur Brauwelt Kuchlbauer mit dem legendären Turm, dem Tor zum Biergarten und dem KunstHaus, alle nach Originalbauplänen von Friedensreich Hundertwasser.
Beim Besuch des Klosters Weltenburg mit der ältesten Klosterbrauerei der Welt, ließ man sich im Biergarten der Klosterschenke den edlen Gerstensaft schmecken. Der landschaftlich traumhafte Donaudurchbruch lud bei strahlendem Sonnenschein zu einem kleinen Spaziergang ein. Gillamoos“, Bayerns ältester Jahrmarkt, ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Danach gaben die beiden Stadtführer Silvia und Klaus ihr Wissen über Kelheim auf lockere Art weiter. Die historische Altstadt war früher, anstelle von Straßennamen, in Viertel (A,B,C,D) eingeteilt. Lediglich das Mitteltor verfügt über einen Landzugang, während man durch das Donautor im Süden bzw. das Altmühltor im Norden nur über Brücken in den Ort gelangt. Daher wurden früher die Bewohner auch häufig von Hochwasser heimgesucht. Die jeweiligen Wasserhöhen sind mit der entsprechenden Jahreszahl, zusammen mit den Wappentafeln der früheren Brauerei-Besitzer, an der Hauswand der Braustätte Schneider Weisse festgehalten. Schön anzusehen ist auch das Gasthaus „Weisses Brauhaus“ mit seiner imposanten Deckenmalerei am Säulengewölbe im großen Saal. Im Anschluss schipperten die Besucher mit der „Kristallprinzessin“ ganz entspannt über die Donau, vorbei an der mächtigen „Walhalla“ und der einem Wels nachempfundenen Skulptur „Goldener Waller“.
Letzte Station auf dieser Reise war die berühmte Stadt Bamberg, deren weitgehend unversehrter, historischer Stadtkern ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählt. Zu erwähnen sind hier vor allem der Dom mit dem Bamberger Reiterstandbild, das Alte Rathaus mit seiner einzigartigen Fassadenmalerei und nicht zuletzt die hiesige Bierkultur, allen voran die Gaststätte „Schlenkerla“ mit ihrem Rauchbier. Leider hat alles Schöne einmal ein Ende. Überwältigt von den vielen neuen Eindrücken kam die Gruppe, dank der umsichtigen Fahrweise von Busfahrer Hicret, wohlbehalten in Arheilgen an. Am Ende dieses Reiseberichts noch eine humorvolle Anekdote: Kaum hatte sich Doris Petry auf dem Heimweg überreden lassen, mit dem „harten Kern“ ein kleines Schnäpschen zu trinken, schon wurde aus Bamberg mal eben Ulm. Tja, eine Reiseleiterin hat es halt nicht leicht. Darum sind alle froh und dankbar, dass sie trotzdem, zusammen mit Else Hundsdorf, immer wieder für schöne Touren sorgt. Erfreulich auch, dass auf die Mitfahrenden stets 100% Verlass ist. Herzlichen Dank dafür.
Fazit zum Schluss: „Der OGV Arheilgen hat viel zu bieten.“






